Traumkleid gefunden: Prinzessin wider Willen?

In der letzten Januarwoche war ich mit meinem Trauzeugen und Bruder, meiner Mama und meiner Schwiegermama in spe zur ersten Brautkleidanprobe meines Lebens verabredet. Ich glaube, mit dem perfekten Brautkleid ist es wie mit der großen Liebe: Man muss aufpassen, sie in dem ganzen Rummel nicht zu übersehen, wenn sie urplötzlich erscheint. Doch fangen wir ganz von vorne an…

hochzeitskleid

Ich hätte nie gedacht, dass ich an diesem Tag tatsächlich mein Brautkleid finden würde – und das direkt im ersten Brautladen. Letztlich ist es das 4. Kleid geworden, das ich anprobiert habe (probiert wurde übrigens in zufälliger Reihenfolge wie die ausgesuchten Kleider auf dem Bügel hingen). Mein Trauzeugen-Brüderchen und ich haben das Kleid beim Durchsehen der Kollektion gemeinsam entdeckt und ausgesucht, da es uns irgendwie schon auf dem Bügel ins Auge stach. Rückblickend kann ich immer noch nicht genau sagen, was mich an diesem Kleid faszinierte. Es hatte einfach das besondere Etwas, nach dem ich suchte. Auch der Stoff und das Tragegefühl waren ein Traum. Ich hätte nie gedacht, dass das Kleid angezogen so wunderschön aussehen würde, denn zu Anfang war ich etwas skeptisch, weil es eben kein total typisches Brautkleid ist, die waren zwar auch alle sehr schön, waren aber nichts für mich.

5 weitere Kleider habe ich trotzdem noch anprobiert, darunter auch welche mit Tüll, Spitze, langer Schleppe, mit Spitzenträgern, ohne Träger, mal mehr und mal weniger ausgestellt – denn wenn man schon einmal dabei ist, muss man die Gelegenheit nutzen, natürlich nur um ganz sicher zu gehen – was dazu führte, dass ich schließlich noch ein weiteres Kleid in der engeren Auswahl hatte. Und dieser Endgegner, gegen den mein Traumkleid antreten musste, hatte es in sich: Es war ein Prinzessinnenkleid wie aus dem Märchenbuch. Bestückt mit einem sehr ausladenden Rock aus mehreren Lagen Tüll, unter denen ein zart goldener Unterrock hervorblitzte und üppig verzierter Spitzenschleppe, außerdem war das Kleid über und über mit zarter Spitze und funkelnden Pailletten besetzt. Und nun?

Das Kleid war hübsch, sehr hübsch sogar, nur war das irgendwie nicht mehr ich in dem Kleid. Und doch war da dieser Gedanke, der kurz in mir aufflammte: Tüll, Spitze und ausladender Rock mit üppig verzierter Spitzenschleppe – muss eine Braut an ihrem Tag nicht genau so aussehen? Ich musterte nachdenklich mein Spiegelbild. „Es ist sehr hübsch, aber ich glaube, das wäre eher etwas für eine andere Hochzeit“, kaum hatte ich den Gedanken laut ausgesprochen, lachten meine geduldigen Begleiter herzhaft und meine Schwiegermama in spe tat entsetzt: „Wie lange soll ich denn deine Schwiegermutter bleiben?“ Nachdem ich noch eine Weile hin- und herüberlegte, war es schließlich die Beraterin des Brautladens, die mit einem einfachen Gedankenspiel sämtliche Zweifel aus dem Weg räumte: „Welches der beiden Kleider würden Sie sofort ohne zu zögern mitnehmen, wenn Sie  sich jetzt entscheiden müssten?“

Endlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen und ich wusste sofort, dass dies einfach MEIN Kleid war und mir kein anderes jemals so gut gefallen würde. Ein magischer Moment, auch wenn das große Geheule übrigens ausblieb, was der Stimmung allerdings keinen Abbruch getan hat. Nachgeholt wurde dieser Gefühlsausbruch dann zuhause, nachdem ich unser Eröffnungstanzlied angehört und mir vorgestellt habe, wie es wohl sein wird, wenn wir gemeinsam tanzen und anschließend einen wunderschönen Tag mit unseren Lieblingsmenschen ausklingen lassen…

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